
Tetouan: Die andalusische Medina im UNESCO-Welterbe
Veröffentlicht am 10 juillet 2026
Im 15. Jahrhundert von Flüchtlingen aus Spanien wiederaufgebaut, bewahrt Tetouan ein einzigartiges andalusisches Erbe und die antiken Ruinen von Tamuda.
Am Tor zum Rif, etwa zwanzig Kilometer vom Mittelmeer entfernt, pflegt Tetouan eine eigene Identität in Marokko: die einer Stadt, geprägt von jahrhundertelangem Austausch über die Meerenge hinweg.
Eine durch andalusisches Exil wiederaufgebaute Stadt
Nach dem Fall des Königreichs Granada 1492 und den auf die Reconquista folgenden Vertreibungen fanden Tausende andalusische Muslime und Juden Zuflucht in Tetouan und halfen beim Wiederaufbau der Stadt. Dieses Erbe ist noch heute in der Architektur der zum UNESCO-Weltkulturerbe zählenden Medina sowie in direkt von Al-Andalus ererbten Handwerkstraditionen sichtbar. Lange vor dieser andalusischen Wiedergeburt trug bereits die antike Stätte Tamuda den Keim der Stadt in sich: eine im 3. Jahrhundert v. Chr. gegründete Berbersiedlung und spätere römische Lagerstätte, die als direkter Vorläufer von Tetouan gilt.
Dar Sanâa, lebendiges andalusisches Handwerk
Die 1919 gegenüber Bab el-Oqla, einem der sieben historischen Tore der Medina, gegründete Dar Sanâa bewahrt die am stärksten bedrohten Handwerkskünste — Intarsienarbeit, eingelegtes Leder, bemaltes Holz —, die von Meisterhandwerkern an neue Generationen weitergegeben werden, in direkter Fortsetzung dieser spanisch-marokkanischen kulturellen Vermischung.
Tetouan weiter entdecken
Die Reiseziel-Seite zu Tetouan fasst alle buchbaren Sehenswürdigkeiten der Stadt zusammen.
Praktische Informationen
Tetouan lässt sich leicht mit einem Besuch in Chefchaouen oder Tanger kombinieren, beide weniger als anderthalb Autostunden entfernt. Frühling und Herbst bieten das angenehmste Klima, um die Medina zu erkunden.